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Juni 2010

Lithium-Schwefel-Akkus
Obwohl Lithium-Polymer-Akkus für uns Modellbauer schon eine Revolution darstellen, ist die Rolle des äußerst effizienten und kompakten Energiespeichers noch immer unbesetzt, sodass die Entwicklung von Akkumulatoren noch lange nicht beendet ist. Am Horizont bahnt sich auch schon der nächste Sprung in Sachen Leistungsfähigkeit an. Den Firmen BASF und Sion Power ist es gelungen, Akkus auf Lithium-Schwefel-Basis zur Marktreife zu entwickeln. Sie versprechen eine drei- bis zehnmal höhere Leistungsfähigkeit als Lithium-Ionen-Zellen. Als Ladungsträger wandern immer noch Lithium-Ionen zwischen den Elektroden, jedoch wurde durch den Einsatz einer Schwefel-Kohlenstoff-Mischung die Aufnahmekapazität deutlich erhöht. Während bisher nur ca. 0,6 Lithium-Ionen pro Atom des Elektrodenmaterials gebunden werden können, sind es beim neuen Elektrodenmaterial zwei Lithium-Ionen. Lithium-Schwefel-Akkus kommen damit auf eine sagenhafte Energiedichte von 350 bis 500 Wh/kg verglichen mit ca. 150 Wh/kg im Fall der Lithium-Polymer-Akkus. Leider mangelt es zurzeit noch an der Zyklenfestigkeit. Mehr als 50 Lade- und Entladezyklen wurden bislang nicht erreicht. Die Ursache ist allerdings bekannt und Abhilfe ist in Sicht.

Raketenantrieb
Nein, nicht, was Sie jetzt denken. Flugmodelle mit Raketenantrieb hatten wir schon, aber Hubschrauber? Hubschrauber erzeugen mit ihren Rotoren Auftrieb, so viel ist klar. Damit sie das tun können, müssen sie sich drehen, auch klar. Und damit sie sich drehen, kommen Raketen, die mit Wasserstoffperoxid betrieben werden, in die Rotorspitzen! Das ist neu. Der Vorteil: Motor und Getriebe und alle Probleme, die damit zusammenhängen, entfallen. Swisskopter Americas hat den raketengetriebenen Helikopter ausprobiert und das Ergebnis in einem sehenswerten Video festgehalten. Der »DF1« soll eine Höchstgeschwindigkeit von 185 km/h und eine maximale Flughöhe von 4000 m erreichen.

Senkrechtstarter
Wenn Sie jetzt glauben, dass es nun aber um einen Senkrechtstarter mit Raketenantrieb geht, liegen Sie leider wieder falsch. Zurzeit entwickelt die NASA einen Ein-Mann-Senkrechtstarter, der elektrisch betrieben wird. Das 3,70 Meter lange und nur 135 Kilogramm schwere Ein-Mann-Flugzeug mit einer Flügelspannweite von 4,10 Meter könnte zwar zurzeit 240 km/h schnell fliegen, käme aber aufgrund der begrenzten Akkukapazität nur 80 km weit. Starten soll »Puffin«, so der Name dieses Geräts, senkrecht von vier Standbeinen aus, die beim Übergang in den horizontalen Flug einklappen. Der Pilot hängt dann, ähnlich wie bei einem Drachen, unter dem Fluggerät. Übrigens handelt es sich bei »Puffin« um einen Papageientaucher, dessen Nahrungsaufnahme tauchend erfolgt. Hoffentlich ist das kein Hinweis auf die Landeeigenschaften, denn darüber sagt die NASA noch nichts. Ich lande nicht, sondern ich höre auf zu fliegen!?





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