Lehren & Lernen 8-9/2022 | Eine Dekade Gemienschaftsschule in Baden-Württemberg
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Produktinformationen "Lehren & Lernen 8-9/2022 | Eine Dekade Gemienschaftsschule in Baden-Württemberg"
Zum Thema dieser Ausgabe:
Eine Dekade Gemeinschaftsschule in Baden-Württemberg
Eine Dekade Gemeinschaftsschule in Baden-Württemberg blickt auf zehn Jahre Erfahrung mit einer Schulart, die wie kaum eine andere für Wandel, Widerstand und Reformhoffnung steht. Die Beiträge zeigen, unter welchen Bedingungen Gemeinschaftsschulen entstanden sind, wie sie Vielfalt organisieren, welche politischen und kommunalen Kontroversen sie begleitet haben – und welche Bilanz sich nach einer Dekade ziehen lässt.
Zwischen bildungspolitischem Plädoyer für Inklusion, Entwicklungsbedingungen in einem traditionellen System, Profilkonzepten, Erfolgsbeispielen, Umwandlungsprozessen und Fragen nach Unterrichts- vs. Lernlogik wird deutlich: Die Gemeinschaftsschule ist mehr als eine neue Etikette. Sie steht für einen tiefgreifenden Versuch, Lernen personalisierter, gemeinsamer und gerechter zu organisieren – und ringt dabei mit Strukturen, Erwartungen und Gewohnheiten.
Für wen ist diese Ausgabe ideal?
Diese Ausgabe ist ideal, wenn Sie die Entwicklung der Gemeinschaftsschule verstehen, einschätzen und weiterdenken wollen. Sie richtet sich an:
- Lehrkräfte und Schulleitungen an Gemeinschaftsschulen und Schulen im Umwandlungsprozess
- Schulträger, Kommunalpolitik und Bildungsadministration, die Gemeinschaftsschulentwicklung verantworten
- Lehrkräfte anderer Schularten, die Impulse aus der Arbeit der Gemeinschaftsschulen aufnehmen wollen
- Studierende und Ausbildende, die die Gemeinschaftsschule in ihrer historischen und aktuellen Bedeutung einordnen möchten
Die wichtigsten Inhalte im Überblick
Plädoyer für eine inklusive Schule
Im Editorial Plädoyer für eine inklusive Schule argumentiert Margret Ruep, warum eine Schule für alle – mit gemeinsamer Beschulung heterogener Lerngruppen – bildungspolitisch und pädagogisch geboten ist. Sie verortet die Gemeinschaftsschule im größeren Projekt inklusiver Bildung.
Ein langer Weg zum Erfolg – Entwicklungsbedingungen einer „neuen“ Schulform
In Ein langer Weg zum Erfolg. Existenz- und Entwicklungsbedingungen einer „neuen“ Schulform inmitten „alter“ Traditionen zeigt Joachim Friedrichsdorf, wie Gemeinschaftsschulen in einem von selektiven Strukturen geprägten System Fuß fassen mussten: mit rechtlichen Unsicherheiten, Skepsis, aber auch großem Engagement vor Ort.
Die Gemeinschaftsschule – Vielfalt als Bildungsziel
Die Gemeinschaftsschule – Erfahrung von Vielfalt als Bildungsziel (Peter Fratton) betont den Kernanspruch der Gemeinschaftsschule: Unterschiedlichkeit nicht als Störung, sondern als Ressource zu begreifen. Der Beitrag beschreibt, wie innere Differenzierung, Lernpartnerschaften und flexible Lernwege Vielfalt konkret werden lassen.
Das Institut Beatenberg – schulischer Erfolg als Notwendigkeit
In Das Institut Beatenberg. Oder: Weshalb schulischer Erfolg alternativlos ist zeigt Sandro Müller an einem schweizerischen Beispiel, wie eine Schule konsequent auf Lernwirksamkeit, Beziehung und Verantwortung setzt – mit Parallelen und Impulsen für die Gemeinschaftsschule in Baden-Württemberg.
Zehn Jahre Gemeinschaftsschule in Baden-Württemberg
Die Gemeinschaftsschule in Baden-Württemberg wird zehn Jahre alt (Margret Ruep, Theresa Schopper) fasst die bildungspolitische Bilanz zusammen: Entstehung, Ausbau, Reformanpassungen, Evaluationen und aktuelle Herausforderungen. Der Beitrag gibt Einblick in politische Perspektiven und die Sicht des Kultusministeriums.
Widerstände und kommunale Entwicklung
- In Widerstände bei der Einführung der Gemeinschaftsschule in BW beschreibt Jan Rolf Friederichs politische, fachliche und emotionale Konflikte rund um die Einführung – und wie diese Auseinandersetzungen die Schulart geprägt haben.
- Kommunale Gemeinschaftsschulentwicklung am Beispiel der Stadt Karlsruhe – Ein Erfahrungsbericht (Renate Rastätter) zeigt, wie eine Kommune Schulnetzplanung, Beteiligungsprozesse und Profilbildung koordiniert hat, um Gemeinschaftsschulen zu etablieren.
Erfolgsgeschichten und Umwandlungsprozesse
Mehrere Beiträge stellen konkrete Schulen und Entwicklungswege vor:
- Jedes Kind ist anders. Wir auch. Die Erfolgsgeschichte der Gemeinschaftsschule „Lernhaus Ahorn“ (Carmen Stemmler) zeigt, wie ein klares pädagogisches Konzept, Teamarbeit und Lernraumentwicklung zu einem eigenständigen Schulprofil geführt haben.
- In Von der Realschule zur Gemeinschaftsschule beschreibt Thomas Gisonni den Transformationsprozess einer Realschule – mit Blick auf Chancen, Brüche und notwendige Haltungs- und Strukturveränderungen.
- Die Gemeinschaftsschule – zwei Schulen für alle(Norbert Zeller) reflektiert das Spannungsfeld zwischen „eine Schule für alle“ und unterschiedlichen Abschlüssen und Wegen innerhalb der Gemeinschaftsschule.
- Volker Arntz fragt in Hast du noch Unterricht oder lernst du schon?, wie sich Unterrichtsverständnis, Rolle der Lehrkräfte und Selbstverständnis der Lernenden in der Gemeinschaftsschule verschieben.
Panorama, Serien und Zwischenruf
Im Panorama zeigen S. Huber, R. Lupschina, M. Schwarz und K. Krey in Konstruktive Unterstützung durch Peer-Coaching und Online-Kooperation von Lernenden und Lehrenden, wie kooperative Formate Lernende und Lehrkräfte in Entwicklungsprozessen unterstützen.
In der Serie Lernen ermöglichen. begleiten. fördern. stellen Frauke Hildebrandt und Ramiro Glauer in „Ich denke, dass es so ist. – Und was meinst du?“ Nachdenkgespräche mit Kindern führenein Gesprächsformat vor, das Denken, Sprache und Dialogkultur stärkt – besonders passend zu inklusiven Settings.
In der Serie krisenfeste Schule. beschreiben Michael Dörmann und Johannes Baumann in Mit Flexibilität Krisen besser meistern. Wie das Gymnasium Wilhelmsdorf ein besonderes Instrument im Umgang mit Folgen der Pandemie nutzt, wie flexible Instrumente auch für Gemeinschaftsschulentwicklung inspirierend sein können.
Im Zwischenruf Gelingende Integration durch inklusive Schulen für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund betont Umeswaran Arunagirinathan die Bedeutung inklusiver Schulen für Zusammenhalt und Chancengerechtigkeit – und knüpft damit direkt an die Idee der Gemeinschaftsschule an.
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- Rückblick und Analyse zu zehn Jahren Gemeinschaftsschule in Baden-Württemberg
- Konkrete Einblicke in Schulentwicklung, Widerstände und Erfolgsmodelle
- Impulse zu Vielfalt, Inklusion, Peer-Coaching und Nachdenkgesprächen im Unterricht
- Perspektiven auf Integration, Krisenfestigkeit und Lernkultur in einer Schule für alle
| Produkttyp: | Zeitschrift |
|---|
Seitenzahl: 80 Seiten
Erscheinungstermin 22.09.2022
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Im Jahr 2013 stellte die Realschule Loßburg gemeinsam mit der Werkrealschule Dornhan-Loßburg den Antrag zur Gemeinschaftsschule. Die Genehmigung erfolgte dann nur für die Realschule, die somit zu den Exoten dieser Schulart zählt, die sich auf diesen Weg gemacht haben. Seitdem befindet sich das Schulzentrum Loßburg in einem stetigen Entwicklungsprozess. Im vorliegenden Beitrag berichtet Schulleiter Thomas Gisonni aus den turbulenten Anfangsjahren in dieser neuen Schulform. Stichwörter: Realschule, Schulentwicklung, Gemeinschaftsschule
Ein autobiographischer Erfahrungsbericht
Am Gymnasium Wilhelmsdorf wird schon seit vielen Jahren nach einem besonderen pädagogischen Konzept gearbeitet. Vereinzelt in der Vergangenheit, nun aber in besonderer Weise zur schulischen Bewältigung der Pandemie kann die Flexibilität des Systems – auch wenn das nie so geplant war – genutzt werden. Im folgenden Interview werden sowohl das Konzept als auch die flexible Nutzung beschrieben. Konzeptionelle Weiterentwicklungen werden angedeutet. Stichwörter: Pädagogische Konzeption, Corona, Lernbrücken‚ Rückenwind
Der vorliegende Beitrag erläutert Nachdenkgespräche mit Kindern, beginnend in der Kita. Explikative Gespräche regen das Spekulieren und Nachdenken an, ergründen Zusammenhänge, stellen den Augenschein in Frage, fragen „was wäre, wenn …?“. Nachdenkgespräche eröffnen Möglichkeitsräume, die gedanklich durchschritten werden, stoßen Prozesse an, die wir denken nennen. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für das Lernen und Einüben von elementaren Prozessen (Denkstrukturen), mit denen wir am Beginn unserer bewusst gemachten kognitiven Entwicklung auf den Weg gebracht werden, die sprachlichen Möglichkeiten bei der Suche nach Gründen und Erklärungen für alltägliche oder besondere Sachverhalte zu finden. Stichwörter: Nachdenkgespräche, Denken lernen, kognitive Entwicklung, dialogisches Lernen, Gesprächskultur, Kita-Praxis
Die zunehmende Heterogenität im Unterricht stellt Lehrpersonen immer häufiger vor Herausforderungen, die alleine nur schwer bewältigbar sind. Es werden kooperative, digitale Lern- und Arbeitsprozesse zur wechselseitigen Unterstützung von (angehenden) Lehrpersonen vorgestellt. Darüber hinaus werden Strukturen benannt, die für die Implementierung des gemeinsamen Online-Lernens in einer Schulklasse zentral sind. Diese Strukturen fördern konstruktive Unterstützung – eine der zentralen Tiefenstrukturen wirksamen Unterrichts. Stichwörter: Konstruktive Unterstützung, Kooperation der Lehrpersonen, Heterogenität, Inklusion, Blended Learning, Fallarbeit
Dieser Text zeigt am Beispiel der Hardtschule Durmersheim, worauf es im Wesentlichen ankommt, wenn eine Schule den Fokus auf individuelles und kooperatives Lernen richtet und dabei einen Paradigmenwechsel vornimmt, der ihre gesamte Schulentwicklung prägt. Lernen ins Zentrum aller Überlegungen zu stellen, heißt nicht weniger, als jedes einzelne Kind in seiner Besonderheit anzunehmen und in seiner Entwicklung zu begleiten. Stichwörter: Lernseits denken, Lernprädikatoren, Lernmethoden
Zwei Gemeinschaftsschulen in Friedrichshafen haben den Anspruch, eine Schule für alle zu sein. Die Gemeinschaftsschule Graf Soden (GGS) war zuvor eine Realschule, die Gemeinschaftsschule Schreienesch (GSS) eine Grund- und Werkrealschule. Aufgezeigt werden ihr pädagogisches Konzept sowie ihre schulische Entwicklung, eingebettet in die bildungspolitischen Prozesse. Stichwörter: Bildungschancen, Gemeinschaftsschule, Umgang mit Heterogenität, Schulentwicklung
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Vor 20 Jahren gab es in Ahorn (Schulamtsbezirk Künzelsau) eine sterbende Grund- und Hauptschule mit noch knapp 100 Schüler/innen und zehn Lehrpersonen. Zehn Jahre später war die Schule eine von 41 „Starterschulen“ der neuen Gemeinschaftsschule in Baden-Württemberg, heute besuchen sie ca. 140 Schüler/innen in der Grundschule und ca. 180 in der zweizügigen Sekundarstufe des „Lernhauses Ahorn“. Sie werden von 38 Lehrpersonen unterrichtet, zusammen mit dem weiteren Personal umfasst die Schulgemeinde 380 Personen. Das Motto des Schullebens lautet: „Jedes Kind ist anders. Wir auch.“ Die Schule pflegt vielfältige Kooperationen, die Übergangsquote in andere weiterführende Schulen, berufliche Gymnasien oder in eine Berufsausbildung beträgt 100%. Stichwörter: Gemeinschaftsschule, Sekundarschule, Schulentwicklung
In diesem Text geht es sehr konkret um die Beschreibung des politischen Prozesses in der Stadt Karlsruhe. Es wird deutlich, welche parteipolitischen Auseinandersetzungen stattgefunden haben und welche Schwierigkeiten und Vorurteile es gegeben hat, eine neue Schulart in ein bestehendes gegliedertes Schulsystem zu implementieren, und wie kompliziert auch die aktuelle Situation für das Gemeinschaftsschulkonzept ist, wenn es keine weiterführende bildungspolitische Strategie für eine Transformation des Bildungssystems gibt. Stichwörter: Bildungspolitik, Kommunale Schulentwicklung, Gemeinschaftsschule
Der Beitrag fragt, warum die Einführung der Gemeinschaftsschule in Baden-Württemberg auf heftige Widerstände stieß. Die Rolle der Medien, die anfangs eine kritische Position gegenüber der Schulsystemreform eingenommen haben, wird ebenso dargestellt wie die Haltung der Parteien und Berufsverbände zur neuen Schulart. Stichwörter: Gemeinschaftsschule, Widerstände, Schulsystemreform
Die Gemeinschaftsschule Baden-Württemberg ist zehn Jahre alt – Zeit und Gelegenheit, um Frau Kultusministerin Theresa Schopper nach ihrer Einschätzung zu fragen: welche Besonderheit Frau Schopper von Bayern aus in Baden-Württemberg wahrgenommen hat, welche Bedeutung sie der GMS beimisst, welche Wirkungen diese Schulart auch auf andere Schulformen hat, wie die Lehrerbildung sich weiterentwickelt und welches ihr persönlich wichtigstes Anliegen der Bildungspolitik ist. Im Ergebnis geht es um das Ziel eines gerechten Bildungssystems mit einer hohen Zufriedenheit aller Beteiligten. Stichwörter: Gemeinschaftsschule, Lehrerbildung, Bildungssystem-Entwicklung, Persönliche Vision
Das Institut Beatenberg und insbesondere dessen Gründerfigur, Andreas Müller, waren über lange Jahre im deutschsprachigen Raum Namen, um welche man im Zusammenhang mit Schulentwicklung nur schwer einen Bogen machen konnte. Und auch nach dem Tod von Andreas Müller 2018 ist die Bildungsorganisation im Berner Oberland nach wie vor für ihr personalisiertes Lernkonzept weit über die Grenzen der Schweiz hinaus bekannt und entwickelt sich weiter. Stichwörter: Schulentwicklung, personalisierte Lernkonzepte, Lernaufgaben, Multiple Fitness, Institut Beatenberg
Die Gemeinschaftsschule gibt eine Antwort auf gesellschaftliche Veränderungen, in der zunehmende Individualität und Vielfalt immer größere Herausforderungen für alle Menschen darstellen. Es geht dabei in der Schule nicht nur um die Optimierung des Bekannten, sondern um eine innovative zukunftsfähige Transformation. Dabei kommt es ganz besonders auf die Haltung an, wie unterschiedliche Menschen sich begegnen und miteinander lernen. Wenn Bildung dazu führen soll, dass Menschen eine solidarische, demokratische Gesellschaft mitgestalten können, dann ist Schule dafür die Grundlage. Das Konzept der Gemeinschaftsschule ist aus diesen Grundgedanken entwickelt worden. Wie das didaktisch gelingen kann und welche Wege dazu führen können, zeigt das folgende Konzept. Stichwörter: Vielfalt, Haltung, Innovation, Optimierung, Lernbegleitung, Demokratiebildung
Seit zehn Jahren gibt es die Gemeinschaftsschule in Baden-Württemberg. Die mit der Einführung verbundenen Ziele und Hoffnungen lassen sich zwar verwirklichen, sind aber mit erheblichen Auseinandersetzungen mit einem nicht reformorientierten, tendenziell innovationsfeindlichen gesellschaftlich-politischen Umfeld verbunden. Dies bedeutet insbesondere für die Akteure und Repräsentanten der Gemeinschaftsschule erschwerte Arbeitsbedingungen und für interessierte Eltern eine Verunsicherung. Stichwörter: Gemeinschaftsschule, Schulsystem, Bildung, Schulentwicklung
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